Zelten mit Kindern – Geht das überhaupt? – Diese Frage kann ich nur mit einem klaren und deutlichen „JA“ beantworten. Und zwar mit Kindern jeder Altersklasse. Ein Baby kannst Du genauso gut zum Zelten mitnehmen wie einen Jugendlichen.

Deshalb tust Du Deinen Kindern mit einem Zelturlaub einen GefallenZelten mit Kindern

Kinder sehnen sich nicht nach Komfort! Kinder wollen etwas erleben! Und was eignet sich da besser als ein Zelturlaub?

Die frische Luft, die Möglichkeit, herumzurennen ohne aufpassen zu müssen, dass etwas im Haushalt kaputt geht. Der Regen, der nachts auf das Zelt prasselt. Und Mama und Papa sind dabei. All das reicht Kindern aus, um das Familien-Camping in guter Erinnerung zu behalten.

Deshalb möchte ich das Fazit dieses Artikels vorweg nehmen: Du tust Dir und Deiner Familie einen Gefallen, wenn Ihr zusammen zeltet.

Was ist das perfekte Familiencamping?

Diese Frage kann man nicht pauschal beantworten, denn es hängt von verschiedenen Faktoren ab. Schließlich sollen sich nicht nur die Kleinen wohlfühlen. Auch die Großen sollen etwas davon haben. Die nachfolgenden Fragen musst Du Dir selbst beantworten.

Möchtest Du…

  • einen Aktivurlaub, in dem die ganze Familie an einem Strang zieht,
  • oder willst Du vielleicht sogar Deine Ruhe von den Kindern haben; stattdessen soll ein ausgiebiges Animationsprogramm die Kinder bespaßen?
  • Möchtest Du innerhalb der Ferienzeit viel herumreisen,
  • oder lieber an einem Standort bleiben?
  • Willst Du mit dem Auto anreisen oder lieber mit dem Zug oder Flugzeug?

Da nicht jeder die Fragen gleich beantworten wird und Du unter Umständen gar nicht sicher bist, was Deine Antwort ist, stelle ich Dir mehrere Varianten von Campingurlaub mit Kindern vor.

Zelten mit Kindern – Baby

Als wir uns zum ersten Mal für das Zelten mit Kindern entschieden haben, sind wir mit dem Zug nach Sylt gefahren und haben das Gepäck zum Campingplatz bringen lassen. Das kannst Du entweder mit dem Gepäck-Service der Bahn erledigen lassen oder – falls noch andere Freunde und Verwandte dabei sind – diese bitten, Dein Gepäck mitzunehmen.

Mit dem Zug sind wir nicht nur gefahren, weil wir versuchen, umweltbewusst zu reisen, sondern auch, weil es die angenehmere Art ist, mit einem nicht einmal einjährigen Kind über 6 Stunden von A nach B zu kommen als mit dem Auto. Es kostet einfach weniger Nerven. Stichwort „Babygeschrei“.

Da ein Baby auch während des Zeltaufbaus mehr Aufmerksamkeit fordert als ein älteres Kind, finde Dich mit dem Gedanken ab, dass Du das Zelt entweder allein aufbauen, oder jemanden auf dem Platz ansprechen musst, der Dir hilft. Beides geht. Gerade Letzteres klappt aber in der Regel unter Campern gut.

Ist das Zelt einmal aufgebaut, kann der Urlaub so richtig los gehen. Auch der kleine Krabbler hat einen Riesenspaß dabei.

Während das Baby eher ein Mitbringsel – nicht despektierlich gemeint – für die Eltern ist, erleben größere Kinder den Urlaub natürlich viel bewusster und wissen die Vorzüge des Familiencampings zu schätzen.

Zelten mit Kindern – Kleinkinder

Sie rennen durch die Gegend und machen Quatsch. Sie quengeln auch mal; aber vor allem erforschen sie die Umgebung. Camping mit Kleinkindern ist wesentlich entspannter als jede andere Form, Urlaub zu machen. Denn Du musst eben nicht immer hinter ihnen herlaufen.

Die Campingplätze sind normalerweise so kinderfreundlich, dass da nicht viel passieren kann. Das gilt auch für die Plätze, die nicht die volle Kinder-Animation mit Singen und Tanzen bieten. Genau diese mag für viele Kinder ein schöner Teil des Urlaubs sein; ich persönlich finde aber, wir Erwachsenen müssen auch noch an uns selbst denken.

Wenn die Animation beim Zelten mit Kindern dezent im Hintergrund läuft: OK. Es gibt aber leider auch andere Beispiele.

Zelten mit Kindern – Jugendliche

Am Einfachsten ist es, wenn Deine Kinder zwischen 6 und 17 sind. Sie können beim Zeltaufbau und beim Einkaufen helfen. Und selbst, wenn sie das nicht tun, kannst Du Dich in Ruhe um genau diese Dinge kümmern. Denn sie werden immer Gleichgesinnte finden.

Sie werden sich größtenteils auch ohne Dein Hinzutun super auf dem Campingplatz beschäftigen können. Dafür ist auf dem Platz weder Animation noch jeglicher Schnickschnack erforderlich. Gerade deshalb sind Zeltlager so beliebt. Für die Jugendlichen – wir erinnern uns – wäre es manchmal sogar angenehmer, wenn die Erwachsenen gar nicht dabei sind.

Kinder in allen Altersklassen

Ich kann es akzeptieren, dass so mancher Erwachsener sich dahin entwickelt, dass ihm ein einfacher Zelturlaub nicht komfortabel genug ist. Was Kinder betrifft, bin ich aber überzeugt, dass ein Zeltplatz das perfekte Urlaubsziel ist. Einfach, weil er einem riesigen Spielplatz gleichkommt.

Und wenn dann auch noch ein Strand zum Campingplatz gehört, dürfte nun wirklich die ganze Familie bedient sein.

Camping mit Kindern am Meer

Zelten mit KindernWenn mich jemand nach einem Campingplatz für Kinder am Meer fragt, dann lautet immer meine Pauschalantwort: „Fahr‘ nach Sardinien!“

Warum?

Sardinien ist extrem kinderfreundlich! Fast alle Campingplätze sind direkt am Meer gelegen! Lies Dir bitte dazu meinen Beitrag durch.

Das ist aber nur meine persönliche erste Wahl. Denn eigentlich kannst nicht viel falsch machen. Wenn Du einfach nur mit dem Auto losfahren und nicht lange unterwegs sein willst, dann sind fast alle Plätze an der Nord- und Ostsee geeignet. Um Dich inspirieren zu lassen, wo Du mit Deiner Familie am besten Zelten kannst, schaue Dir meine Erfahrungsberichte an!

Wichtig für das Zelten mit Kindern ist natürlich Kleidung und Ausstattung. Eine Checkliste dazu findest Du hier!

Familien-Camping bei schlechtem Wetter

Der Zelturlaub bringt gerade hierzulande auch immer die Gefahr mit sich, dass es viel regnet und auch mal – nicht nur nachts – kalt wird. Überlege Dir vor dem Urlaubsantritt, wie Du mit solchen Szenarien umgehst.

Das Schöne am Zelten ist, dass Du nicht langfristig buchen musst. Und das solltest du deshalb auch nicht tun. Auch wenn Du einen längeren Aufenthalt planst, buche einfach nur ein paar Tage. Verlängern kannst Du normalerweise immer. Irgendwo findet sich doch immer noch ein Plätzchen für ein Zelt.

Dadurch bist Du einfach flexibel und kannst ohne Storno-Kosten Deinen Urlaub im Zweifel abbrechen. Diese Möglichkeit solltest Du Dir immer offen halten, zumal das schlechte Wetter unter Umständen auch Erkältungen nicht unwahrscheinlich macht.

Besser ist es aber, sich einfach wetterfest zu machen und dadurch auch bei Sturm und Regen einen tollen und abenteuerlichen Urlaub zu haben.

Wo solltest Du am besten Deinen Zeltplatz buchen?

Wie Du Dein Familiencamping buchst, kann ich Dir leider nicht pauschal beantworten. Grundsätzlich sind fast alle Campingplätze bei Google gelistet. Wenn Du Dir also ein Ziel vorgenommen hast, kannst Du bei Google Maps einfach mal einen der angezeigten Campingplätze anklicken und Dir die Internetseite anschauen.

Zeltplatz direkt buchen

Viele Campingplätze kannst Du noch nicht über Reiseplattformen buchen. Stattdessen findest Du auf deren Web-Seite Formulare für Buchungsanfragen. In der Regel bekommst Du auf diese Weise innerhalb von 24 Stunden eine Bestätigung.

Zeltplatz über Reiseplattformen buchen

Gerade die größeren und luxuriöseren Campingplätze kannst Du in der Regel über BOOKING.COM oder VACANCESELECT buchen. Vorteil dieser Internetseiten: Du findest sehr viele Kundenbewertungen und kannst Deine Entscheidung, den betroffenen Platz zu buchen, auch davon abhängig machen.

Zeltplatz ohne vorherigen Kontakt aufsuchen

Zeltplätze haben den Vorteil, dass die Kapazitäten irgendwie immer noch ausgebaut werden können. Nämlich indem man auch bei heftigen Überbuchungen die Zelte immer enger aneinanderquetscht. Dadurch ist es in den meisten Fällen möglich, auch bei gut besuchten Campingplätzen auch ohne vorherige Reservierung sein Zelt aufzuschlagen.

Ich habe aber auch Ausnahmen davon erlebt und rate Dir davon ab, wenn Du mit Deinen Kindern zeltest. Als Alleinreisender kannst Du immer noch irgendwie umdisponieren. Bei Kindern wäre ich da einfach vorsichtiger.

Reiselektüre für Familien

Allen, die gerne zelten und etwas zum Lachen haben, empfehle ich vor allem dieses Buch hier (einfach draufklicken und bequem bestellen):

Zelten mit Kindern

Familienzelt

Damit Du bei jeder Wetterlage Freude an Deinem Urlaub hast, sollte das Zelt für die Familie gewisse Kriterien erfüllen. Wenn Du eine ausführliche Zeltberatung benötigst, dann lies Dir den Artikel „Die besten Zelte“ durch.

Konkrete Empfehlungen inkl. Video zu Familienzelten findest Du hier.

Zeltfinder

Ausreichend Platz

Gerade wenn alle wetterbedingt im Zelt bleiben müssen, ist ein großräumiges Zelt viel Wert. Das gilt sowohl für die Grundfläche als auch für die Höhe. Die Familie muss sich darin bewegen können. Auch die Erwachsenen sollten stehen können. Meine Empfehlung ist daher, ein Zelt mit einer Höhe von mindestens 190 cm zu verwenden.

Wasser-Resistenz

Die Furcht davor, dass es ins Zelt regnet und die einzigen Sachen, die noch trocken sind auch noch durchnässt werden, kann das Campen zum Horror machen. Wenn Du also ein Familienzelt kaufen willst, kannst Du diese Sorge vermeiden, indem Du auf die Angaben zur Wassersäule (Minimum 2000 mm) achtest.

Das ist aber nur ein Indiz für ein wasserabweisendes Zelt. Denn die besten Textilien bringen Dir nichts, wenn sie nicht auch gut vernäht sind.

Tipp: Durchforste die Kundenbewertungen nach diesem Kriterium.

Alle anderen Kriterien wie z.B. Gewicht und Packmaße des Zeltes spielen für den Familienurlaub eine untergeordnete Rolle.

Kleidung

Bitte denke dringend für Euch alle an…

Was soll schon passieren, wenn die ganze Familie damit ausgestattet ist. Dann könnt Ihr nicht nur bei Wind und Wetter mal zwischendurch den notwendigen Weg zum Toilettenhäuschen machen. Es ist auch durchaus ein schöner Teil des Urlaubs, wenn Du Dich im Regen mit einem Kaffee nach draußen setzt und die Kinder im Regen spielen.

Wahrscheinlich Top-Wetter!

Das war vielleicht ein bisschen viel vom Worst-Case-Urlaub. Wahrscheinlich wirst Du bei Deinem Zelten mit Kindern Spitzenwetter mit strahlendem Sonnenschein haben und somit gar keinen Gebrauch von den gerade beschriebenen Materialien machen.

Mir geht es nur darum, sich auf das Schlimmste gefasst zu machen. Gerade, wenn Du nicht nur die Verantwortung für Dich, sondern auch für andere hast.

Und wenn dieser schlimmste Fall gar nicht eintritt, sondern im Gegenteil alles wie gewünscht verläuft, kannst Du das Familiencamping umso mehr genießen.