Zelten ist kein normaler Urlaub! Zelten bedeutet noch nicht einmal Campen.

Zelturlauber und Camper – 2 unterschiedliche Spezies

Der klassische Camper fährt mit dem Wohnmobil oder Wohnwagen durch die Weltgeschichte oder hat einen Dauercampingplatz. Er bewegt sich wenig, ist immer motorisiert und behandelt sein Dach über dem Kopf wie sein eigenes zu Hause.

Wir Zelturlauber entspannen uns ebenfalls gerne. Auch wir sitzen mit Kaffeebecher oder Bierdose im Campingstuhl. Doch während wir da so an der frischen Luft sitzen, ist uns egal, ob gerade die Sonne scheint oder es regnet.

Der Spruch „Es gibt kein schlechtes Wetter, nur schlechte Kleidung“ muss wohl von einem Zelturlauber stammen.

Was interessiert den Zelt-Reisenden nicht?

  • Luxusunterkünfte
  • Essen vom Buffet
  • Animationsprogramm
  • Whirlpool

Was ist ihm wichtig?

  • Frische Luft
  • Unabhängigkeit
  • Bewegung
  • Entspannung

Zeltfinder

So macht der Mainstream Urlaub

Deine Art zu reisen hat auch immer eine Aussage über Deine Persönlichkeit. Ausnahmen gibt es immer. Trotzdem werden Menschen, die dicke Autos fahren und erheblichen Wert auf Kleidung und Mode legen eher einen luxuriösen Hotelurlaub bevorzugen. Dann gibt es auch noch diejenigen, die sich einen gehobenen Lifestyle einfach nicht leisten können und deshalb alles für einen teuren All-Inclusive-Urlaub mit Pool sparen, nur um sich einmal im Jahr den Luxus zu gönnen.

Zelten als Lebenseinstellung

Du und ich, wir sind anders! Aber wir lieben es. Wir definieren unser Glück nicht darüber, das andere uns um Statussymbole und Luxus-Reiseziele beneiden. Wir halten es nicht lange auf einer Hotelanlage aus. Und wir sind auch im Alltag gerne mit öffentlichen Verkehrsmitteln oder dem Fahrrad unterwegs.

Campingstuhl statt Massagesessel

Egal, ob ich alleine, mit Freunden oder mit meiner Familie zelte: Ich liebe diesen Moment: Der letzte Hering ist in die Erde gehauen, der Campingstuhl ist aufgeklappt und ich mache mir ein Döschen auf. Das ist meine Freiheit. In diesem Moment ist es mir wurscht, ob ich gerade barfuß in Badehose und T-Shirt in der brennenden Sonne sitze, oder ob ich trotz Regenjacke und Gummistiefel durchnässt werde.

Gleichgesinnte

Der wichtigste Unterschied zum 08/15-Urlaub ist das Gemeinschaftsgefühl. Klar, ich habe gerne meine Ruhe und auch im Urlaub gibt es Momente, in denen ich einfach vor mich hin sinnieren will. Camper – und das gilt auch für die Wohnwagenfreunde – sind untereinander normalerweise so sensibel, dass sie sich untereinander in Frieden lassen und trotzdem hilfsbereit und angenehm im Umgang miteinander sind. Die Stimmung auf dem Campingplatz ist familiär und nicht so anonym und reserviert wie auf Hotelanlagen oder dem Kreuzfahrtschiff.

Wildcampen

ZeltenIn Deutschland und Holland zelten wir auf Campingplätzen, weil es bei uns einfach nicht anders erlaubt ist. Es gibt aber auch andere Möglichkeiten. In Skandinavien gilt das Jedermannsrecht: Du kannst Dein Zelt aufschlagen, wo immer Du willst, solange es nicht ein Privatgrundstück betrifft. Ich mag diese Art zu zelten, weil es etwas Ursprüngliches hat. Du bist auf Dich selbst angewiesen. Kein Supermarkt. Keine Hilfe von Anderen. Dafür aber absolute Ruhe. Zeit zum Nachdenken. Das Wildcampen bringt außerdem den Vorteil mit sich, dass es nichts kostet. Dafür darfst Du aber zwei Dinge auf keinen Fall vergessen: Eine Schüppe und Toilettenpapier. In Skandinavien schlage ich das Zelt normalerweise am See auf. Hier hast Du nicht nur eine tolle Aussicht, sondern Du kannst auch auf eine Dusche verzichten.

Was braucht man zum Zelten?

Während der Pauschalurlauber seinen Koffer packt und ins Flugzeug einsteigt, musst Du Dich als Zelturlauber umfangreicher vorbereiten. Genau das ist es aber, was die Vorfreude auf den Urlaub im Freien ansteigen lässt. Neben dem Zelt musst Du nämlich an Deine Luftmatratze, Schlafsack, Campingstuhl, Campingtisch und zumindest den Gaskocher und Campinggeschirr denken. Auch einen Grundstock an Proviant darfst Du nicht vergessen. Bei der Anreise musst Du dementsprechend mehr Gepäck berücksichtigen.

Anreise

Ob Du mit dem Fahrrad, Auto, Zug oder Flugzeug anreisen solltest, hängt natürlich von verschieden Faktoren ab.

Auto

Die Deutschen zelten zumeist im eigenen Land oder in Holland. Viele schlagen ihr Zelt auch in Skandinavien auf. Das alles sind Reiseziele, die Du mit dem Auto gut erreichen kannst. Der PKW ist daher auch das beliebteste Reisevehikel; einfach weil es ausreichend Platz für die Ausrüstung bietet und Du vor Ort flexibel bist.

Zug

Genau diese Flexibilität fehlt Dir mit dem Zug. Dann brauchst Du ein leichtes Zelt und musst Dein Gepäck minimalistisch einplanen. Andernfalls kann jeder Meter zum Bahnhof und vom Bahnhof zum Zeltplatz wehtun. Wenn Du dann auch noch während des Urlaubes zwischen mehreren Campingplätzen wechseln möchtest, kann aus dem spannenden Abenteuerurlaub schnell der blanke Horror werden. Alternativ kannst Du den Gepäck-Service der Bahn in Anspruch nehmen: Dein Gepäck wird vor Deiner Anreise bei Dir zu Hause abgeholt und zum Ort Deiner Wahl gebracht.

Flugzeug

Auch hier gilt: So wenig Gepäck wie möglich!

Fahrrad

Wenn Du den Campingplatz mit dem Fahrrad ansteuerst, macht das eigentlich nur Sinn, wenn der Weg das Ziel ist; sprich: Dein Fokus liegt auf der mehrtägigen Fahrradtour und Du nutzt das Zelt, um zwischenzeitlich zu rasten.

Da die Campingausrüstung viel Platz in Anspruch nimmt, empfehle ich jedem, der die Möglichkeit dazu hat, mit dem Auto anzureisen.

Bist Du erst einmal angekommen, verbleibt immer noch ein gewisses Maß an Organisationsgeschick.

Reiselektüre für Zelturlauber

Allen, die gerne zelten und etwas zum Lachen haben, empfehle ich vor allem dieses Buch hier (einfach draufklicken und bequem bestellen):

Zelten mit Kindern

Wie läuft das Zelten auf dem Campingplatz ab?

Nachdem Du Dich für eine Region oder sogar einen konkreten Campingplatz entschieden hast, musst Du entscheiden, wie Du den Campingplatz buchst. Übrigens: Falls Du Dich zu verschiedenen Campingplätzen inspirieren lassen möchtest, schaue Dir meine Erfahrungsberichte an.

Wo solltest Du am besten Deinen Zeltplatz buchen?

Wie Du Deinen Zeltplatz buchst, kann ich Dir leider nicht pauschal beantworten. Grundsätzlich sind fast alle Campingplätze bei Google gelistet. Wenn Du Dir also ein Ziel vorgenommen hast, kannst Du bei Google Maps einfach mal einen der angezeigten Campingplätze anklicken und Dir die Internetseite anschauen.

Zeltplatz direkt buchen

Viele Campingplätze kannst Du noch nicht über Reiseplattformen buchen. Stattdessen findest Du auf deren Web-Seite Formulare für Buchungsanfragen. In der Regel bekommst Du auf diese Weise innerhalb von 24 Stunden eine Bestätigung.

Zeltplatz über Reiseplattformen buchen

Gerade die größeren und luxuriöseren Campingplätze kannst Du in der Regel über BOOKING.COM oder VACANCESELECT buchen. Vorteil dieser Internetseiten: Du findest sehr viele Kundenbewertungen und kannst Deine Entscheidung, den betroffenen Platz zu buchen, auch davon abhängig machen.

Zeltplatz ohne vorherigen Kontakt aufsuchen

Zeltplätze haben den Vorteil, dass die Kapazitäten irgendwie immer noch ausgebaut werden können. Nämlich indem man auch bei heftigen Überbuchungen die Zelte immer enger aneinanderquetscht. Dadurch ist es in den meisten Fällen möglich, auch bei gut besuchten Campingplätzen auch ohne vorherige Reservierung sein Zelt aufzuschlagen.

Ich habe aber auch Ausnahmen davon erlebt und rate Dir davon ab, falls Du mit Deinen Kindern zeltest. Als Alleinreisender kannst Du jedoch immer noch irgendwie umdisponieren.

Der Start ist das Schlimmste

Die Anmeldung! Irgendwie unterscheidet sich das Campen im Hinblick auf den Beginn dann doch nicht so sehr vom Pauschalurlaub: Schlange vor der Rezeption, Formulare, Bürokratie! Wenn es eine Sache gibt, weshalb ich dem Wildcampen den Vorzug gebe, dann ist es die Anmeldung am Campingplatz.

Geschafft: Es geht los

Wie Dein Urlaub nach der Anmeldung abläuft, hängt stark davon ab, mit wem Du zeltest. Selbst wenn Du allein anreist, kann es sich ergeben, dass Du Deinen Urlaub in der Gemeinschaft verbringst. Je nach dem, ob Du Anschluss an Andere suchst, oder nicht.

Alleine zelten

Was den Organisationsaufwand betrifft, die beste Art zu zelten! Du schlägst Dein ohnehin kleines Zelt auf, schmeißt die Isomatte und den Schlafsack hinein und bist fertig. Jetzt bist Du Dein eigener Herr und kannst machen, was Du willst. Gleiches gilt für das Zelten mit Hund. Schwieriger wird es erst, wenn Du mit anderen Menschen reist.

Zelten mit dem Partner

Bist Du mit Deinem Partner oder Deiner Partnerin unterwegs, dürfte es – abgesehen von ein paar Meinungsverschiedenheiten – keine Probleme geben. Aufgepasst, falls er oder sie das erste Mal zeltet oder diese Art zu reisen eher nicht gewohnt ist! Manche sind nicht dafür gemacht. „Meine Kontaktlinsen sind weg“, „Die Toilette ist schmutzig“, „Hier sind überall Insekten“. Bitte zwinge Deinen Partner nicht zum Zelten. Du machst Dir selbst den Urlaub zur Hölle.

Zelten mit Kindern

Zelten

Wer Kinder hat, weiß, dass Organisation auch zu Hause schon Alles ist. Beim Camping mit Kindern wird das Ganze noch gesteigert: Wer baut das Zelt auf? Wer kriegt die Kinder in den Griff? Wer kocht? Wer geht einkaufen? Wer geht mit den Kleinen auf die Toilette? Viele Fragen, die beantwortet werden müssen.

Das Problem: Es gibt keine pauschale Antwort auf die Fragen.

Das Schöne: Genau das ist es, was das Familiencamping so spannend macht. Und das man sieht, dass es den lieben Kleinen auch ohne ein festes Dach über dem Kopf an nichts fehlt. Im Gegenteil: Sie lieben es. Wenn Du mehr darüber wissen willst, lies Dir meinen Artikel „Zelten mit Kindern“ durch.

Zelten mit Freunden

Diese Art zu zelten, hat in der Regel den Festival-Charakter. Musik hören, Bier trinken, die Seele baumeln lassen, Blödsinn machen. Meistens ist es so, dass es immer einen in der Gruppe gibt, der den Überblick behält, weshalb der Zeltplatz nicht nach kurzer Zeit wie ein Schlachtfeld aussieht.

Und da ist wieder der Gemeinschaftssinn: Camper halten zusammen. Der „Verantwortungsbewusste“ wird nicht im Stich gelassen. Stattdessen erkennt der „Blödsinnmacher“, dass auch er jetzt gefragt ist, seinen Teil zur Organisation beizutragen. Und wenn es dann auch in den Abendstunden immer noch zu laut ist, hilft im Zweifel noch der freundliche Platzwart mit ein paar gut gemeinten Worten.